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Herbstferien: lernen oder ausruhen? Ein Plan, der beides schafft

8. Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Von Emirhan Solmaz · 8. Oktober 2026

Die ersten Wochen des Schuljahres sind vorbei, die ersten Klassenarbeiten sind zurück, und je nach Bundesland stehen jetzt die Herbstferien an. In vielen Familien beginnt damit dieselbe Diskussion: Soll in den Ferien gelernt werden, oder hat sich das Kind die Pause verdient?

Die kurze Antwort: beides, aber in der richtigen Reihenfolge und in kleiner Menge. Dieser Artikel zeigt, warum die Herbstferien ein besonders guter Zeitpunkt sind, um eine Lücke zu schließen, wie viel Lernen sinnvoll ist und was Sie sich sparen können.

Warum gerade die Herbstferien wichtig sind

Die Sommerferien sind zu lang, um gezielt zu wiederholen, und vor dem Halbjahreszeugnis ist es oft zu spät. Die Herbstferien liegen genau dazwischen.

Nach sechs bis acht Wochen Unterricht ist sichtbar, wo es hakt. Die erste Klassenarbeit hat gezeigt, welches Thema sitzt und welches nicht. Gleichzeitig ist der Stoff noch überschaubar. Was jetzt fehlt, ist meist ein einzelnes Thema und noch kein ganzes Halbjahr.

Nach den Ferien zieht das Tempo an. In vielen Fächern baut der Stoff bis Weihnachten direkt auf dem auf, was vor den Ferien drankam. Wer mit einer Lücke in die zweite Hälfte bis zum Halbjahr geht, trägt sie in jede weitere Arbeit mit.

Erst ausruhen, dann lernen

Die erste Ferienhälfte gehört der Erholung. Das ist kein Zugeständnis, sondern Teil des Plans. Ein Kind, das sich in den ersten Tagen erholt hat, lernt in der zweiten Woche in zwanzig Minuten mehr als ein müdes Kind in einer Stunde.

Es gibt noch einen zweiten Grund für die Reihenfolge: Was kurz vor dem Schulstart wiederholt wird, ist am ersten Schultag noch frisch. Was am ersten Ferientag geübt wurde, ist nach zwei Wochen Pause oft wieder weg.

Lernen in den Ferien funktioniert dann, wenn es klein, planbar und am Ende vorbei ist. „Ein bisschen jeden Tag, bis du es kannst" ist kein Plan.

Der Plan für die zweite Ferienwoche

Dieser Plan braucht fünf Tage mit jeweils etwa 20 Minuten. Mehr ist in den meisten Fällen nicht nötig.

TagWas passiert
1Die letzte Klassenarbeit gemeinsam ansehen: Welche Aufgaben gingen schief, und warum?
2Das schwächste Thema heraussuchen und die Grundlage darunter wiederholen
3Fünf Aufgaben zu diesem Thema rechnen oder schreiben, ohne Hilfe
4Die Fehler von Tag 3 durchgehen und zwei neue Aufgaben lösen
5Kurzer Blick auf das, was nach den Ferien drankommt, etwa 15 Minuten

Der wichtigste Tag ist der erste. Eine zurückgegebene Klassenarbeit verrät mehr als jedes Übungsheft. Achten Sie dabei weniger auf die Note als auf die Art der Fehler: Waren es Flüchtigkeitsfehler, oder hat Ihr Kind bei einem Aufgabentyp gar nicht gewusst, wie es anfangen soll? Im zweiten Fall liegt die Lücke meist eine Ebene tiefer, etwa bei der Bruchrechnung unter einer Gleichung.

Der fünfte Tag ist bewusst kurz. Es geht nicht darum, den Stoff vorzuarbeiten. Es reicht, dass Ihr Kind weiß, welches Thema am ersten Schultag auf es wartet. Das nimmt viel Unsicherheit.

Was Sie sich sparen können

Ganze Übungshefte durcharbeiten. Die meisten Hefte decken das ganze Schuljahr ab. Ihr Kind braucht aber meist nur ein oder zwei Themen davon.

Alle Fächer gleichzeitig. Ein Fach, ein Thema. Wer in den Ferien Mathe, Englisch und Deutsch aufholen will, schafft am Ende keins davon richtig.

Lernen als Strafe für die Note. Wenn die Ferien zum Nachsitzen werden, sitzt Ihr Kind zwar am Tisch, aber nicht bei der Sache. Sprechen Sie lieber vorher ab, wann gelernt wird und wann frei ist.

Vokabeln stundenlang wiederholen. Für Sprachen sind zehn Minuten am Tag besser als eine lange Sitzung. Das passt auch gut in die erste Ferienwoche, wenn es ganz ohne Lernen schwerfällt.

Wenn die erste Arbeit richtig schlecht war

Manchmal zeigt die erste Klassenarbeit mehr als eine kleine Lücke. Wenn Ihr Kind bei mehreren Aufgabentypen nicht wusste, wie es anfangen soll, oder wenn sich dasselbe Muster schon im letzten Schuljahr gezeigt hat, reichen fünf Tage allein meist nicht aus.

Dann lohnt es sich, die Ferien zu nutzen, um in Ruhe herauszufinden, woran es liegt. Die Ferien sind dafür sogar ideal, weil kein Druck durch eine anstehende Arbeit da ist. Wie Sie erkennen, ob es Zeit für Unterstützung ist, steht in unserem Artikel Wann Nachhilfe anfangen?. Wie ein Lernplan für mehrere Wochen aussieht, zeigt Lernplan erstellen in fünf Schritten.

Zusammengefasst

Die Herbstferien sind der beste Moment im ersten Halbjahr, um eine einzelne Lücke zu schließen, bevor sie größer wird. Die erste Woche gehört der Erholung, in der zweiten reichen fünf Tage mit je 20 Minuten. Fangen Sie mit der zurückgegebenen Klassenarbeit an, konzentrieren Sie sich auf ein Fach und ein Thema, und hören Sie auf, wenn der Plan erfüllt ist.

Wenn Sie beim Durchsehen der Arbeit merken, dass die Lücke größer ist als gedacht, schreiben Sie uns. Im kostenlosen Erstgespräch sehen wir uns die Arbeit gemeinsam an und sagen Ihnen, wo wir ansetzen würden.

Häufige Fragen

Sollte mein Kind in den Herbstferien überhaupt lernen? Wenn die erste Klassenarbeit gut gelaufen ist und nichts offen ist, nein. Dann ist Erholung die bessere Vorbereitung. Lernen lohnt sich, wenn es ein konkretes Thema gibt, das nicht sitzt.

Wie viel Lernen ist in den Herbstferien sinnvoll? Für die meisten Kinder reichen fünf Tage mit jeweils etwa 20 Minuten in der zweiten Ferienwoche. Mehr bringt selten mehr, weil die Konzentration in den Ferien ohnehin kürzer ist.

Was ist, wenn mein Kind sich weigert? Machen Sie den Plan gemeinsam und legen Sie die Zeiten vorher fest. Ein klares Ende hilft mehr als jede Diskussion. Wenn es trotzdem jedes Mal Streit gibt, kann es entlasten, wenn jemand außerhalb der Familie diese Rolle übernimmt.

Lohnt sich Nachhilfe nur für die Ferien? Für eine einzelne, klar umrissene Lücke können ein paar Stunden reichen. Wenn sich das Problem schon länger zeigt, ist eine regelmäßige Begleitung über einige Wochen meist wirksamer als ein kurzer Ferienkurs.

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